Sunday, 11 May 2014

Musikstudenten beurteilen eine muïetische Aufführung: Till Breitkreutz

THE RIGHTEOUS FATALE von Heloise Ph. Palmer
Gedanken zu der Aufführung am 5. Mai 2014 von Till Breitkreutz

„Am 5. Mai 2014 gab Frau Heloise Ph. Palmer im Kammermusiksaal der Musikhochschule in Stuttgart einen muïetischen Konzertabend zur Aufführung. Dieses besondere und sehr eindrucksvolle Erlebnis soll hier nun mit einer Klangwahrnehmung bestimmter Auszüge des Abendprogramms beschrieben werden. Zu Beginn wurde im Kammermusiksaal schon durch das Verdunkeln des Saales eine sehr konzentrierte Atmosphäre geschaffen, welche auch eine große Spannung erzeugte. Das dann einsetzende Stück ‚Ritus‘ für 5 Pauken in der Fassung für soundfile von Heloise Ph. Palmer brachte nun auch die Imagination des Zuhörers in die Welt der griechischen Mythologie, welche durch die Geschichte [d]er Klytaimestra an diesem Abend eine besondere Rolle spielte. [...] Der gesamte muïetische Abend war ein besonderes Erlebnis eines Gesamtkunstwerkes, denn es wurden Mittel aus fast allen Bereichen der Kunst eingesetzt (Musik, Theater, Lyrik).“

Der vollständige Artikel lautet wie folgt:

THE RIGHTEOUS FATALE - now on youtube (excerpts)

THE RIGHTEOUS FATALE
by Heloise Ph. Palmer is now online;
excerpts of the live performance on 5 May 2014
can be watched and listened to on youtube:

Saturday, 10 May 2014

Interview mit Heloise Ph. Palmer - Fragen über Muïesis, Repertoire und Pädagogik beim Musizieren

Aufführungspraxis heute: Muïesis 

Lukas Weerth im Gespräch mit Heloise Ph. Palmer


Mai 9 2014; Stuttgart (Germany)

Das Interview ist auf youtube veröffentlicht und
kann über die nachfolgenden Links angehört werden:

zum Interview Teil 1 & zum Interview Teil 2 (über Gespinstegarten)

Lukas Weerth befragte Heloise Ph. Palmer zu Muïesis, nachdem er
der Aufführung ihres Bühnenprogrammes THE RIGHTEOUS FATALE
an der Stuttgarter Musikhochschule beigewohnt hatte.

Wednesday, 7 May 2014

Exzerpt aus der Vorlesung MUïESIS - eine zeitgemäße Aufführungspraxis: 4. Punkt


4. Wie zeitgemäß ist Muïesis? In welchem Maße findet die Neue Musik Eingang?

Seit 2007 biete ich muïetische Konzertprogramme an und erlebe ohne Ausnahme, daß die vermeintlich am schwierigsten zugänglichen Werke (Neue Musik) die Zuhörer am tiefsten berühren. Sie teilen sich mit und beschreiben, was sie während des Hörens dieser Werke erlebt hatten. Das kann kein Zufall sein! Auch hier ist es wieder die Art der Vermittlung, die den Menschen Neuem gegenüber öffnet. Über die Dauer von drei Konzertreihen zu je sechs bis sieben verschiedenen Programmen war ich mit der Stiftung der Saalesparkasse das Wagnis eingegangen, Menschen mit Kunst und Musik in ihrer gewohnten Umgebung zu konfrontieren – das waren seinerzeit Bankfilialen –, anstatt sie in einen Konzertsaal einzuladen, wohin viele Besucher aufgrund von Berührungsängsten nicht gegangen wären. So hatte ich immer wieder vor einem „unbelasteten“ Publikum gespielt. Es haben über vier Jahre hinweg (2009 – 13) 20 verschiedene Bühnenprogramme in solchen Filialen in Sachsen-Anhalt stattgefunden. Dabei kam es zu etwa 20 Uraufführungen. Die Konzerte waren beinahe stets ausverkauft und es bildete sich bald ein Stammpublikum. Auch dies stärkt meine Überzeugung, daß muïetische Programme von enormer Kraft sind.

Ich sehe aber auch, dies in der Hauptsache als Konzertbesucherin, etwas anderes sich sehr deutlich abzeichnen: Musik verliert Zuhörer, wo sie sich in Nischen zurückzieht. Wir ausübenden Musiker haben die Pflicht, den Konzertbesucher auf den aktuellen Stand zu bringen. Die altbewährten Kompositionen fortweg zu wiederholen heißt, den Blick stets ins Vergangene zu richten. Das mag für das Individuum billig sein, für den in der Öffentlichkeit wirkenden Menschen ist es dies keineswegs! Dieser hat die Verantwortung inne, seine Zuhörer nicht im Untrüben zu lassen über das, was sich heutzutage in der Musik abspielt. Er muß deshalb nicht alles mögen, was heute produziert wird. Es gibt ja gottlob ausreichend Stile und weitaus mehr Komponisten, aus denen er wählen kann. Sich dem Aktuellen gänzlich zu verschließen, ist meines Erachtens ein Mißbrauch dieser Verantwortung. Wie dem auch sei, ausschließlich Musik unserer Zeit zu spielen halte ich für ebenso unklug. Zunächst aus dem einfachen Grund, da die Zuhörerzahl für reine Zeitgenössische Musikkonzerte noch geringer ist als die klassischer Konzertveranstaltungen. Es sind Aficionados mit Vorbildung, deren Kreis zwangsläufig begrenzt bleiben muß. [...]

Meiner Ansicht nach, die von einigen Jahren Praxiserfahrung untermauert ist, funktioniert die Kombination der verschiedenen Stile am besten, sofern richtig eingeführt. Nicht nur, daß der Besucher klassischer Konzerte, der ansonsten für Neue Musik vielleicht nichts als taube Ohren übrig gehabt hätte, plötzlich erkennt, daß diese neuen Klänge unmittelbare und unausweichliche Konsequenz der Musikgeschichte, wie sie sich über die Jahre hin entwickelt hat, sind, er wird umgekehrt auch für die traditionellen Werke ein anderes Hören entwickeln. Es ist also befruchtend für beide Seiten und am meisten für den Musikempfänger. [...]
Vor einigen Jahren habe ich ein schönes und sehr bezeichnendes Erlebnis gehabt: Ich war für ein Konzert engagiert worden, das Musik von Mozart und höchstens seinen Zeitgenossen vorstellen sollte. Im letzten Moment hatte ich mich entschlossen, ein Werk von 1992 unterzuschieben und hatte es, auf die Gefahr hin, daß Menschen den Saal wieder verlassen wollen, im Programm recht zentral platziert. Empörtes Fortlaufen war nicht mehr nötig, denn nach dem Werk kam ja wieder der geliebte Mozart. Aber, was für ein Wunder, waren die mir anschließend mitgeteilten Meinungen und Empfindungen ganz gegenteiliger Art: es sei „die Krönung des Konzertes“ gewesen, das „Eigentliche des Abends“, der Moment, von dem ausgehend „der Rest Sinn ergab“. Durchweg positive Reaktionen. Für mich ein Grund mehr, Ghettoisierung ausgewählter Stile zu vermeiden.


Ein weiteres Argument ist der pluralistische Zeitgeist selbst. Wie sinnleer wäre es, immer nur Spaghetti zu essen. Jeden Tag. Sieben Tage die Woche. Und niemals Reis. Oder Kartoffeln?
Warum also immer dieselben Kompositionen hören, denselben Stil, Konzert über Konzert? Wie oft kann man ein und denselben Film wieder und wieder sehen? Gut, die Interpretation verschiedener Musiker macht es stets neue Erlebnisse. Dennoch, der Mensch führt ein pluralistisches Leben und wählt in allen möglichen Bereichen Veränderung. Warum soll das im klassischen Konzertgeschehen anders sein? Da muß man ihm die verschiedenen Stile anbieten, genauso wie ihm die Kaufhalle verschiedene Zutaten offeriert. [...]

Ich möchte noch einmal wiederholen, daß Muïesis nicht einfach ein neuer Begriff für Althergebrachtes ist, sondern eine neue - oder alternative - Herangehensweise an (klassische) Musikausübung auf der Bühne. Muïetische Konzertprogramme vermögen zu transportieren, was gesagt werden muß! Dabei soll nicht belehrt oder gepredigt werden – es geht um die Schaffung von Bezugsrahmen auf subtile künstlerische Weise. Die Musik hat die Kraft, derlei tief greifende Themen zu transportieren, tut dies auch. Nur leider gehen zu zarte Töne unserer heutigen Wahrnehmung häufig ungehört verloren. [...]

Exzerpt aus der Vorlesung MUïESIS - eine zeitgemäße Aufführungspraxis: 3. Punkt


3. Welcher Mittel bedarf die Kreation eines muïetischen Programms?

Ich habe mir mein Studium finanziert, indem ich Lesungen musikalisch umrahmte. Das kennen Sie vielleicht: Da sitzen ein oder mehrere Schauspieler oder Rezitatoren auf der Bühne und tragen sorgfältig selektierte Literatur zu einem bestimmten Thema vor. Das sind Briefwechsel oder Poesie, vielleicht auch kurze Prosastücke. Um dem Besucher einer solchen Veranstaltung das Aufnehmen aller Texte zu erleichtern, gibt es von Zeit zu Zeit einen Happen Musik exerziert. Diese Momente dürfen auf keinen Fall zu lang dauern, denn sie sollen den Besucher ja nur etwas erfrischen, um ihn wieder für das Wesentliche der Veranstaltung aufnahmefähig zu machen. Wie der Salat, der den Gaumen neutralisiert, damit man nach vollbrachtem Hauptgang wieder Geschmack für die Nachspeise gewinnt. Das hat mich damals sehr verdrossen und ich war froh, als ich dieser Art Broterwerbs ledig wurde. Nach meiner Auffassung kam es einer Mißachtung, ja einem Mißbrauch der Musik gleich. Daß die Zuhörer selbst eher unruhig und wie gezwungen dieses Muß an Musik über sich ergehen ließen, weil sie eigentlich gar nicht daran interessiert waren, sondern nur am Text oder am Vortrag desselben durch ihren Lieblingsschauspieler, konnte ich ihnen nur halb übel nehmen. Die Bauart einer solchen Veranstaltung macht es beinahe unmöglich, sich in die Musik fallen zu lassen. Stattdessen ist es weitaus einfacher, die soeben gehörten Texte in sich nachklingen zu lassen, während von außen noch etwas anderes klingt. Man kann das ja zur Not auch noch irgendwie wegfiltern.

Der Unmut über diesen Mißbrauch an der Musik wich bald der Überlegung, ob sich solches nicht auch umkehren ließe. Das heißt, die Musik ist und bleibt Mittelpunkt, und sämtliche anderen Künste gestalten sich um sie her, um den Zuhörer für das nächste Werk zu öffnen oder zu „neutralisieren“. 
Das umzusetzen habe ich dann, seit etwa 2007, versucht. Und erkannte: Es funktioniert in der Tat!

Zuallererst habe ich eine der klassischen Konzertgebärden beseitigt: Muïetische Konzerte entfalten sich in einem Stück, ununterbrochen von Zwischenapplausen nach jedem erklungenen Werk. Das ermöglicht eine Stringenz im Konzentrationsaufbau und hält den Zuhörer permanent am Geschehen und im Hören.
Diese Stringenz verwirklicht sich zudem durch eine kontinuierliche Flux an Ereignissen. Ein Werk fließt in das nächste, entweder durch verbindende Interludien, die improvisiert oder vorher ausnotiert worden waren, oder durch Worte, die die jeweils nächste Stimmung einläuten helfen sollen. Auch Darstellung, oder einfache Gesten, als verbindende Elemente sind möglich. Über allem steht ein Leitgedanke, eine diesen Zusammenhang schaffende Idee, die wiederum, per se, ein anregendes Moment sein kann. Sie kann aber auch einzig als dieses verknüpfende Fluidum fungieren, durch welches der Zuhörer von einer musikalischen Zelle und Welt in die nächste getragen wird. [...]

Einmal bin ich mit der Aussage konfrontiert worden: „Neuer Begriff für anscheinend alte, d.h. schon länger andauernde Versuche synästhetischer Erfahrungen.“
Diese Kritik hat mich von Grund auf mißverstanden und geht am Kern von Muïesis vorbei. Es geht mir nicht um Synästhesie. In der Regel ist die Kulisse muïetischer Programme eher einfach gehalten. Die Texte, das kann mitunter ein einziges Wort sein, werden eingespielt, übermitteln sich also akustisch, so es ein Bild gibt, steht dies zwar sichtbar auf der Bühne, wird aber niemandem aufgezwungen. Wer die Augen schließen mag, dem entgeht doch nichts vom Wesentlichen des jeweiligen Programms.
Dennoch zählt jedes Detail, denn der Zuhörer nimmt von den vermeintlich unbedeutenden Nebensächlichkeiten im Bühnengeschehen mehr wahr als wir meinen! Die Psychoakustik lehrt uns, daß wir Musik tiefer empfinden und nachhaltiger für uns gewinnen, wenn wir sie unter starken Gefühlen erlebt haben. Wie viele Liebende gibt es, die einen speziellen Song annektiert haben? Dies weil sie während des ersten Stelldicheins oder während der ersten intimen Momente das entsprechende Musikstück im Restaurant oder Radio gehört hatten. Das hat sich eingeprägt und fungierte fortan als „unser Lied“. Oftmals können die Erwähnten das Lied zu weiten Strecken schon auswendig, erinnern das Material also sehr gut. Die Hirnforschung hat bewiesen, daß der Mensch leichter lernt, wo er diesen Lernprozeß mit Emotionen verbindet. Vorzugsweise positiven.

Wenn der Konzertbesucher sich wohl fühlt, hört er ergo nicht nur bewußter zu, sondern nimmt auch mehr davon mit nach Hause. [...]

Solche relevanten Details beziehen auch die Kleidung des auftretenden Interpreten mit ein. Sie haben bereits die erste Szene meines aktuellen Programms THE RIGHTEOUS FATALE, welches ich Ihnen später in noch weiteren Auszügen vorstellen werde, erlebt.
Was geschah? Sie hörten mein Stück „Ritus“ für fünf Pauken in der Fassung für soundfile und gewahrten irgendwann eine Figur. In weiß, verschleiert. Sie wissen aus dem Programmheft (so Sie Teil einer Konzertaufführung wären), daß THE RIGHTEOUS FATALE Klytaimestra zur Protagonistin hat. Wissen auch um deren tragische Geschichte: Ihre einst aufgezwungene Vermählung mit Agamemnon, der dann späterhin die älteste gemeinsame Tochter Iphigeneia behufs guter Winde für die Überfahrt nach Troja opfert. Sie erinnern sich, daß Klytaimestra zur Schlächterin ihres Gatten wurde, um wenig später von ihres eigenen Sohnes Hand gemordet zu werden. All das ist Ihnen gegenwärtig, sobald das Konzert mit dieser Szene beginnt.

Nun kann dieser Rhythmus in Kombination mit der auftretenden Präsenz alles bedeuten: Das ist entweder der Gang zum Altar oder zum Opferstock. Das ist die zur Heirat gezwungene Klytaimestra, oder Iphigeneia, die zum Opferstein gerufen wird, nicht ahnend, daß sie ihrem Tod entgegen schreitet. Oder ist dies die spätere Priesterin auf Tauris und auf dem Weg zu ihrer Weihe? Und wenn es sich nur um den festlichen Aufzug des Chores, beginnend mit seiner Führerin handelt... Fakt ist, man weiß noch nicht, was passieren wird und ist dementsprechend neugierig auf das Folgende. Der perfekte Nährboden für das erste akustische Werk.

Was ich mit diesem Beispiel vermitteln möchte, ist, welch große Bedeutung die Kleidung haben kann. Jeder Theaterbesucher weiß das. Später im Programm werde ich mit weiteren Requisiten die Kraft dieser Garderobe noch erhöhen.

Man begegnet mir ferner öfter mit dem Begriff „Gesamtkunstwerk“ als Etikett für muïetische Konzerte. Nun trifft dies leider noch nicht den Kern der Sache, denn es stellt nur die Oberfläche dar, also wie sich Muïesis vermittelt. Daß die verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen zu einem neuen Ganzen zusammenspielen und jedes Detail zählt, ist nur die eine Seite und vielmehr künstlerisches Mittel denn Zweck. Dieser bleibt die Bereitstellung von Zusammenhängen. Musik, die einst einen Zusammenhang besessen, ist aus diesem gerissen worden, sobald sie wahllos neben weitere Werke verschiedener Zeiten und Stile platziert wird. Folglich wird ein bewußtes und umfassendes Wahrnehmen derselben erschwert. Ein gutes Beispiel wäre die konzertante Aufführung von Meßkompositionen. Ursprünglich waren diese Werke ja ganz eindeutig im klerikalen Rahmen passiert, während des Gottesdienstes. Irgendwann haben sie sich verselbständigt. Man nimmt jetzt noch den Ablauf des römisch-katholischen Meßzyklus wahr, aber die eigentliche Essenz ist diesen Werken doch abhanden gekommen. Vor allem, wenn in modernen Konzertstätten aufgeführt. Ein gutes Stück Flair ist verloren gegangen, welches vielleicht hülfe, die Musik dem Menschen näher zu bringen. [...] Eine sehr umfangreiche und scharfsinnige Analyse dieses Prozesses und seiner Auswirkungen findet sich übrigens bei Dr. Peter Kivy, in seinem Buch „Authenticities – Philosophical Reflections on Musical Performanc“.
Als Gegenbeispiel und Beweis dafür, daß die Schaffung neuer Kontexte für klassische Musik durchaus Sinn ergeben kann denke man nur an Luchino Viscontis Film „Tod in Venedig“. Niemals nachher hat man Mahlers Adagietto tiefer gehört als durch diese Vermittlung. Es würde mich nicht wundernehmen, sollte mancher Kinogänger hernach zum Klassikfan sich entwickelt haben. Und vergessen Sie nicht Yann Tiersen. Rannten nicht nach dem großen Kinoerfolg von „Die fabelhafte Welt der Amèlie“ scharenweise selbsternannte Nachwuchstalente die Musikschulen nieder, um Klavierunterricht zu erhalten, von der Leidenschaft getrieben, das Stückchen „Comptine d’un autre été“ erlernen zu können? Ich würde behaupten, daß jeder es kennt. Was für ein Potential! Wenn man nur den richtigen Schlüssel findet, stößt der Empfänger die Tür zu nachhaltiger Musikliebe selbst auf. Denken Sie sich einen Film, der die Menschen mit gleicher Wucht mitreißt wie jene „fabelhafte Welt“ und dahinein ein Werk aus der verfemten Klassik. Sie wird diesen Nimbus verlieren, das Werk wird gefragt und in Erinnerung bleiben. Davon bin ich überzeugt. Und nun überlegen Sie ferner, was diesen Film so besonders machte? War es nicht u.a. die Liebe zum Detail und das Zelebrieren des Einfachen, welches so nachhaltigen Eindruck hinterließ? Plötzlich liefen die Menschen wieder mit offeneren Augen durch die Welt. Sahen sich um und auch die kleinen Dinge des Lebens in neuem Licht. Irgendetwas hatte ihre tiefsten Empfindungen gereizt. [...]

Ein muïetisches Konzert vermag das auch, so wage ich zu behaupten, und legt den Schwerpunkt dabei auf die Musik anstatt aufs Visuelle. Daher mag es etwas schwieriger sein und nicht ganz so populär, das Potential ist jedoch dasselbe. [...]

Die Macht der Musik ist ungebrochen. Wir müssen sie nur richtig zu vermitteln wissen, ihr die Wege etwas ebnen.